Gesetzliche Anforderungen im Radonschutz

für Arbeitsplätze in Radonvorsorgegebieten und Arbeitsfelder nach
Anlage 8 des Strahlenschutzgesetzes

Gesetzliche Verpflichtung

Die gesetzlichen Regelungen zum Umgang mit Radon sind in der Strahlenschutzverordnung (StrSchV) und im Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) verankert.

Bis Ende 2020 hatten die Bundesländer der Republik Deutschland Zeit um Gebiete festzulegen, in denen hohe Radonkonzentrationen zu erwarten sind (Radonvorsorgegebiete). Seit Januar 2021 gilt in diesen Regionen die Verpflichtung von Langzeitmessungen (12 Monate) an Arbeitsplätzen im Erdgeschoss und/oder Keller (§127 Absatz 1 Satz 1 StrlSchG). Zuständig hierfür ist der/die für den Arbeitsplatz Verantwortliche (§127 Absatz 2). Diese Verpflichtung gilt für jede Form von Gewerbe in den betroffenen Gebieten.

Die Messungen müssen bei bestehenden Arbeitsplätzen spätestens 6 Monate nach Veröffentlichung der Radonvorsorgegebiete begonnen werden. Werden einschneidende bauliche Maßnahmen an diesen Arbeitsplätzen durchgeführt oder wird ein neuer Arbeitsplatz im Erdgeschoss oder Keller eines Radongebietes ausgewiesen, muss die Messung auch hier innerhalb von 6 Monate gestartet werden.

Zudem sind alle Arbeitsplätze in „Arbeitsfelder mit erhöhter Exposition durch Radon“ (StrlSchG, Anlage 8) zu Messungen verpflichtet (§127 Absatz 1 Satz 2 StrlSchG). Hierunter fallen Arbeitsplätze in:

  • einer Anlage zur Wassergewinnung, -aufbereitung, oder -versorgung
  • einem untertägigen Bergwerk, Schacht oder Höhle (einschließlich Besucherbergwerk)
  • einem Radonheilbad oder -stollen.

Nach §124 und §126 StrlSchG gilt in Aufenthaltsräumen aller Art ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³). Dabei handelt es sich um die gemittelte Radonkonzentration in der Luft über ein Jahr gemessen. Bei Überschreiten des Referenzwertes hat der/die Arbeitsplatzverantwortliche umgehend Maßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration einzuleiten (§128 StrlSchG). Kann der Referenzwert auf Dauer nicht unterschritten werden, so müssen weitere Maßnahmen nach StrSchG ergriffen werden (§129, §130, §131). Diese können Sie dem unten beigefügten Schaubild entnehmen. In jeder Stufe des Radonschutzes stehen wir Ihnen mit unseren individuellen Leistungen zur Seite.

Liegt die im Jahr gemittelte Radonkonzentration unter 300 Bq/m³, ist kein weiteres Handeln verpflichtend – Maßnahmen zur Optimierung können dennoch sinnvoll sein. Der Nachweis zur Unterschreitung des Referenzwertes muss aufbewahrt und gegebenenfalls bei der Behörde vorgezeigt werden (§127 Absatz 3).

Gesetzliche Mindestanforderungen bei der Messung

Nach §127 StrlSchG müssen die Messungen mind. 12 Monate andauern. Hierfür bestens geeignet sind passive Langzeitexposimeter. Die Messgeräte müssen Sie bei einer vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannten Radonmessstelle kaufen. Unser Radtrak²® Langzeitmessgerät erfüllt all diese Anforderungen und liefert Ihnen somit, bei richtiger Anwendung, eine gesetzlich anerkannte Messung.

Die Anzahl der verpflichtenden Messungen variiert je nach Ort und Größe der Betriebsstätte, sowie Anzahl und Eigenschaften der Arbeitsräume. Führt der/die Arbeitgeber*in die Messplanung selbst durch, so wird empfohlen in jedem Raum, in dem sich ein Arbeitsplatz befindet, ein Messgerät aufzustellen. Häufig können Räume mit ähnlichen Bedingungen zu einem Messgebiet zusammengefasst werden. Zum Beispiel, wenn die Räume durch dieselbe Lüftung verbunden sind. Die Ausweisung der Messbereiche wird durch eine Radonfachperson vorgenommen. Bei Interesse finden Sie hier weitere Informationen zu unserem Messservice.

Schaubild zum Vorgehen im Radonschutz (basierend auf den gesetzlichen Vorgaben)